Ausstellungstexte

Kerstin Schulz - BBK - 24.01.2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreunde und -freundinnen,

in dieser Ausstellung sehen wir Bleistifte, Klebeetiketten, Farbtuben und deren ausgedrückten Inhalt in großer Menge. Das ist zunächst überraschend. Handelt es sich doch nicht um einen Laden für Künstlerbedarf. Obschon die Idee des Ladens als Repräsentation eines Marktgeschehens im Werk von Kerstin Schulz durchaus anklingen soll. Ihre witzigen Objekte sind käuflich und manche von ihnen machen die Käuflichkeit zum Thema: ein Warenkorb aus Klebeetiketten zum Beispiel wird zum Monument für den Menschen als Konsumenten. Das Werk, das so anmutig und hübsch daherkommt,  enthält so viele Preisetiketten, wie eine Durchschnittsfamilie im Laufe ihres Lebens Waren verbraucht. Für solche Objekte mit hintergründigem Inhalt verwandelt die Künstlerin Klebeetiketten und anderes in ihr künstlerisches Material. 

 

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Wolfgang Spittler - 28.08.2011

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreunde, liebe Familie Spittler,

es ist mir eine außerordentliche Freude, dass ich heute in den großzügigen Räumen des Schlosses Salder diese von Frau Borrmann und Herrn Spittler so vorzüglich eingerichtete Retrospektive eröffnen darf. Ein Lebenswerk ist zu sehen, oder besser gesagt, doch nur ein kleiner Ausschnitt eines Lebenswerkes, das Wolfgang Spittler, ohne viel Aufsehen von sich zu machen, hier in Salzgitter geschaffen hat und an dem er immer noch arbeitet - und das Beachtung verdient.

In dieser Ausstellung geht es vor allem um das malerische und grafische Werk des Künstlers. Es sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass er, der in diesem Jahr  seinen 85. Geburtstag feiern wird, im Jahr 1959 als Kunsterzieher an das Gymnasium Salzgitter-Bad kam, um dort bis zu seiner Pensionierung als engagierter Lehrer tätig zu sein. Umfassend gebildet und besonders den Künsten  zugewandt, hat er in guter Familientradition – der Vater war Organist - ein weiteres Standbein in der Musik.  In der „Camerata Beata“ spielt er die Viola und er kann kenntnisreich von seinen Erfahrungen beim Musizieren berichten oder sie  direkt in Malerei transformieren. Denn er sucht in vielen seiner Bilder auch eine Brücke zwischen Musik und Malerei.
Und schließlich das Puppenspiel. Einige der Puppen aus den Stücken König Ubu und Die Kluge haben in der Ausstellung Platz gefunden. Beginnend mit einer schulischen Arbeitsgemeinschaft ist Wolfgang Spittler bis heute ein aktiver Puppenspieler und Puppengestalter. Erst kürzlich wurde der „Kontrabass“ von Patrick Süßkind unter seiner Regie mehrfach in Salzgitter aufgeführt. Dies alles wissend, erstaunt umso mehr die außerordentliche Qualität und Fülle seines künstlerischen Schaffens, wie Sie es hier in dieser Auswahl sehen und erleben können.

 

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Malte Sartorius - 13.09.2008

WARMSER BLÄTTER UND VERWANDTES

 

Es sind nur wenige Dinge, die sie in den hier ausgestellten Zeichnungen und Grafiken von Malte Sartorius vorfimden.  Dinge, die er bei einem ersten Besuch im stillgelegten Bauernhof in Warmse 1 vorgefunden hat. Auch diese Dinge, die einmal auf dem Hof einen konkreten Gebrauch fanden, wurden stillgelegt. Nur wenige kennen noch ihre Bedeutung als Zugpumpe für das Melken von Kühen, als Brenner für das Vorglühen des Autos. Ihrer Funktion ledig geworden –  haben sie lange keine Beachtung mehr gefunden, bis Malte Sartorius sie aus ihrer verstaubten Existenz heraus in sein Atelier und schließlich in seine Bilder befördert hat. Und nun ist ihnen eine Seele eingehaucht, haben sie eine Aura gewonnen. Allerdings sind die Objekte auf den Zeichnungen und Radierungen kaum noch in ihrem ursprünglichen Sinn identifizierbar. Als Fundstücke, die auf geheimnisvolle Weise mit diesem Ort verbunden sind, bleiben sie trotz der scheinbar so präzisen Darstellung ein Rätsel. Und dieses Rätsel will der Künstler auch gar nicht auflösen.

 

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