Ausstellungstexte

Reinhard Wessolek - 18.06.2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreunde und – Freundinnen

„Körper- und Raumbewältigung gelten als die beiden Wesenseigentümlichkeiten plastischen Gestaltens, und das Material wird zum Ausdrucksträger und unerläßlichen Strukturakzent erhoben.“ (S.23) So schreibt es Werner Hofmann, der frühere Leiter der Hamburger Kunsthalle in seinem immer noch grundlegenden Buch: Plastik des 20.Jahrhunderts. Und in Bezug auf die mit der Moderne neu entstandenen Auffassungen von Plastik, die weggehen vom bis dato thematischen Zentrum Menschenbild und die sich deutlich im Spannungsfeld von Architektur und Plastik bewegen, schreibt er weiter: „Von „gegenstandsloser“ Plastik zu sprechen, ist, genau betrachtet widersinnig, denn gerade der Künstler, der sich um die Erfindung freier Formkombinationen bemüht, schafft ja nichts Ungegenständliches oder Schemenhaftes, sondern vielmehr Gegenstände, also neue dreidimensionale Wirklichkeiten.“ (25)

 

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Susanne Hesch - "Nachbilder" - 06.06.2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreunde und -freundinnen, liebe Susanne,

Hören Sie zunächst eine kleine Beobachtung von Goethe, die in seiner Farbenlehre zu lesen ist:

»Als ich gegen Abend in ein Wirtshaus eintrat und ein wohlgewachsenes Mädchen mit blendendweißem Gesicht, schwarzen Haaren und einem scharlachroten Mieder zu mir ins Zimmer trat, blickte ich sie, die in einiger Entfernung vor mir stand, in der Halbdämmerung scharf an. Indem sie sich nun darauf  hinwegbewegte, sah ich auf der mir entgegen stehenden Wand ein schwarzes Gesicht, mit einem hellen Schein umgeben, und die übrige Bekleidung der völlig deutlichen Figur erschien in einem schönen Meergrün.«
(J. W. GOETHE, Farbenlehre, Abschnitt 52 im Didaktischen Teil)

 

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Ina Otto - 28.01.2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreunde und -freundinnen,

ich danke der Galerie und der Künstlerin, dass ich in diese schöne Stadt kommen konnte, um hier zur Ausstellung von Ina Otto zu sprechen. Ina Otto, die mit der Präsentation ihrer Werke gleichsam zurück nach Halle kommt. Hier nämlich, an der Kunsthochschule - Burg Giebichenstein, hat sie von 1967-1972 bei Prof. Horn studiert. Das war noch in einem anderen Staat, der DDR. Als ich das erste Mal Arbeiten von Ina Otto in Braunschweig sah, da dachte ich, aha, das ist noch ordentlich gelernt, gekonnt und professionell gemacht. So etwas lernt und studiert man eben in Halle. Und das stimmt wohl auch grundsätzlich. Allerdings hat Ina Otto – anders als ich dachte – nicht schwerpunktmäßig keramisches Gestalten studiert. Dieser Bereich war lediglich Teil eines umfassenden Grund-Studiums, wobei ihre Wahl schließlich auf Möbel- und Ausbaugestaltung fiel. Ein Beruf, den sie zunächst auch ausübte. Erst später, ab 1972, noch in der DDR, begann sie sich ganz der keramischen Plastik zuzuwenden und sich darin weiter zu bilden. Inzwischen  ist daraus ihre künstlerische Obsession geworden und wir finden in ihrem Atelier eine herrliche Sammlung, in der sie ganz unkonventionell und spielerisch das klassische Thema des Gefäßes noch, aber eigentlich die andere Seite des Werkstoffes Ton, die Figur bearbeitet. Körperliches und Konstruktives, meist Erzählerisches begegnet uns in den keramischen Plastiken von Ina Otto. 

 

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